Wenn man öffentlich schreibt und auch mit seinem realen Namen dafür gerade steht, passieren manchmal die seltsamsten Dinge. In der U-Bahn können schon einmal zwei junge Leute vor einen sitzen, wobei der eine den anderen frage: Heute schon F!XMBR gelesen? Da muss man sich dann schon ein Lachen verkneifen. Auf Veranstaltungen wie der MBC oder der Remix ist es immer sehr lustig, andere Blogger kennenzulernen. In der Regel sind alle freundlich zueinander, selbst wenn man schon ordentlich gestritten hat.
Es gibt aber auch negative Begleiterscheinungen: In der Debatte rund um adical, damals als die auf der Bildfläche erschienen, gab es Recherchen bis in mein Berufsleben hinein, mein damaliger Chef sollte am Telefon die Frage beantworten, ob er denn wüsste, wen er da beschäftigen würde. In der Diskussion rund um die Piratenpartei wurde mir und meiner Gesundheit offen am Telefon gedroht - auch eine Erfahrung, die man nicht machen muss.
Heute hatte ich dann mal wieder das Vergnügen, dass mein Telefon klingelte. Eine Berliner Nummer, die ich nicht kannte. Ich nahm also den Hörer ab und musste mir dann anhören, ich würde die Meinungsfreiheit anderer beschneiden, weil ich einen Kommentar auf F!XMBR nicht freigeschaltet hatte. Das hat mir tatsächlich ein SPD-Mitglied zum Vorwurf gemacht. Das ist ja mal sehr interessant. Wir sind immer restriktiv gegen Trolle und Beleidigungen vorgegangen - ich sehe auch keinen Grund, dies zu ändern. Dass nun aber ein SPD-Mitglied hier bereits zweimal angerufen hat und von Beschneidung seiner Rechte redet, ist im Zeitalter von Netzsperren und Zensursula schon von gewisser Ironie.
Wir sind auf F!XMBR zu jedem Streit bereit, das haben unzählige Diskussionen bewiesen. Wenn aber eine Grenze unterschritten wird, dann haben wir dazu schlicht und ergreifend keine Lust. Es steht jedem da draußen frei, seine Meinung auf seiner eigenen Webseite zum Besten zu geben - und man mag es kaum glauben, das haben bereits Leute in Anspruch genommen... ;-)
Nachträglicher Gedanke: So sehr ich ihn manchmal kritisiere, ich will nicht wissen, was Sascha Lobo manchmal durchmachen muss. Das Bild, was von den etablierten Medien manchmal vom Netz gezeichnet wird, ist so verkehrt nicht - man muss für sich selbst nur die positiven Ausnahmen rausfiltern...