Über den digalen Mob und die Stalker der Piratenpartei habe ich mehrfach geschrieben. Die Piratenpartei hat sich selbst die Freiheits- und Grundrechte auf die Fahnen geschrieben, Meinungsfreiheit wird angeblich groß geschrieben. Dass dem nicht so ist, musste zum Beispiel Julia Seeliger, ehemalige Grünen-Politikern und jetzige taz-Redakteurin, erfahren. Auf Twitter und Blogs von Sympathisanten und Mitgliedern der Piratenpartei wurde auf infame Art und Weise gegen Julia Seeliger gehetzt. Es hat ein beispielloses Stalking stattgefunden, das schon strafrechtlich interessant war und noch ist. Unzählige Male wurde ihr Persönlichkeitsrecht und das Recht am eigenen Bild verletzt. Verantwortlich dafür meist anonyme Accounts, beklatscht vom Rest des digitalen Mobs der Piratenpartei.
Ich persönlich habe heute mal wieder eine nette Botschaft bekommen:

Nun kann ich damit umgehen, ich glaube nicht, dass ein anonymer Feigling irgendwann einmal vor meiner Tür steht. Gerüchten zufolge sind die Piraten immer von der Grafik und der Auflösung erschlagen, wenn sie in die reale Welt eintreten. Doch gibt es sicherlich Menschen, die mittlerweile Angst vor diesem digitalen Mob haben. Die Piratenpartei steht in vielen ihrer Reaktionen nicht für die Freiheits- und Grundrechte oder gar für Meinungsfreiheit, sie tritt diese mit Füßen. Bist Du nicht für uns, so bist Du gegen uns. Diese Radikalität kennt man sonst nur vom rechten Rand, wie der NPD oder auch von den Gewalttätern während des Schanzenfestes in Hamburg. Die Piratenpartei hat ihr Milieu nicht im Griff, im Gegenteil - die Parteistruktur fördert solche Extreme.
Wie weit ernst es die Piratenpartei mit der Meinungsfreiheit meint, ist dort im Forum nachzulesen:
Im Weblog F!XMBR wird seit mehr als zwei Monaten eine systematische Hetzkampagne gegen die Piratenpartei gefahren.
http://www.fixmbr.de/tag/piratenpartei/
Die Berichterstattung unterstellt den Mitgliedern der Piratenpartei unter anderem generell eine ideologische Nähe zu Rechtsextremisten. Das ist zwar allein für sich schon kritikwürdig, aber nicht der Kern des Pudels. Das Weblog wird von Google News Deutschschland indexiert, was dazu führt, dass diese grob diffamierenden Beiträge zwischen mehr oder minder seriöser Berichterstattung der Tageszeitungen auftauschen. Dort haben sie meines Empfindens nichts verloren und sollten dort auch in Zukunft nicht mehr auftauchen. Damit dies gewährleistet ist, würde ich vorschlagen, dass möglichst viele Menschen sich bei Google News Deutschland über die unseriöse Berichterstattung dieses Mediums beschweren.
http://www.google.de/
Als konkrete Referenz für die Beschwerde würde ich den Beitrag "Ich wähle die Piratenpartei" vorschlagen.
http://www.fixmbr.de/ich-waehle-die-piratenpartei/
Man kann nur hoffen, dass die Opposition aus SPD, Grüne und Linkspartei die netzpolitischen Themen so schnell wie möglich auf die Agenda setzt, damit die Piratenpartei in der Versenkung verschwindet. Selbstverständlich ist mir bewusst, dass es bei den Piraten auch Mitglieder gibt, denen die Sache wirklich am Herzen liegt. Doch nach meinen Erfahrungen und das, was ich im Fall Julia Seeliger beobachten musste, sind dies die Ausnahmen, nicht die Regel. Es geht vielen Piraten und deren Sympathisanten nicht um die Demokratie oder Meinungspluralität, es geht um Meinungshoheit.
Und diese Meinungshoheit wollen sie durchsetzen, auch mit (digitaler) Gewalt.