Kurz angemerkt
Mach bisherigen Erkenntnissen und Recherchen wurde ich nicht von CMK und der Bunten ausgespäht.
Mach bisherigen Erkenntnissen und Recherchen wurde ich nicht von CMK und der Bunten ausgespäht.
Journalisten leiden unter Beschränkung der Pressefreiheit. in China, im Iran. In Deutschland unter Beschränkung der Intelligenz.
Die Debatte über Online-Bezahlschranken entspringt einem Anspruchsdenken. "Wir verdienen es, bezahlt zu werden" - ein emotionales Argument, das allerdings wenig mit rationaler Ökonomie zu tun. Bezahlschranken sind der Versuch, ein altes Geschäftsmodell zu replizieren - in einer völlig veränderten Medienlandschaft. Heute, da jeder publizieren kann, beruht die Ökonomie der Nachrichten nicht mehr auf einer von Herausgebern gesteuerten Knappheit. Im Gegenteil: Die neue "Link Economy" belohnt Offenheit und Zusammenarbeit.
Jeff Jarvis liest den Paid-Content-Fetischisten die Leviten. Das tut er in einer ruhigen und sachlichen Art, argumentativ unterfüttert, dass man förmlich spüren kann, wie diese in die Tischkante beißen...
Man kann ihn ja amüsant finden, Stefan Niggemeiers mit flotter Hand geschriebener Beitrag über Konstantin Neven Dumonts Kommentarfreudigkeit in seinem Blog. Allein dass er damit einen Kübel Häme über den Verlegersohn auslöste zeigt, wie wenig ihm wirklich an einem konstruktiven oder auch nur irgendwie fachlich interessanten Dialog gelegen ist.
Tja, so ist der Herr Niggemeier. Da wird auf allen Online-Kanälen gefordert, dass sich Verleger und Journalisten ins Web 2.0 wagen, die kommunikation wagen, und wenn es dann soweit ist, ist es auch falsch. Seien wir ehrlich: Vie viele selten dämliche Kommentare haben wir selbst schon verfasst. ;-)
Ich habe mal über den Herrn Niggemeier geschrieben: Wer sich tagtäglich mit dem Boulevardjournalismus auseinandersetzt, wird irgendwann Teil dessen. Bei Herrn Niggemeier ist dieser Prozess abgeschlossen.
Schon der Vorspann vermittelt Stil – da wird mit der Süddeutschen gewunken, da vertieft man sich sinnenreich und angeregt in die einzelnen Artikel und überhaupt fehlen nur noch der goldene Füllfederhalter und das Moleskine um Wolf Schneider als Mann von Welt zu adeln. Als einen, der weiß wo es langgeht. Stilistisch. Schließlich muss er das wissen, ist der doch der Verfassen von Stilratgebern und spricht für die Süddeutsche in die Kamera. Und: Er selbst bezeichnet sich als Blogger. Die Süddeutsche selbst nennt das Ganze eher “Videokolumne”. Vielleicht ist es auch ein Podcast, wer weiß, da ist ja alles so schwammig mittlerweile.
Mein Namensvetter, auch bekannt als Prospero, mit einem herrlichen Rant... :D

Der heutige Journalismus – Realsatire pur
Be Google und der Journalismus öffnet seine ToreAus alter Verbundenheit zu der schönsten Stadt der Welt hatte ich das Abendblatt immer noch in meinen Favoriten und habe die Seite täglich aufgerufen. Doch wenn man diesen Quatsch sieht, es dementsprechend kommentiert, sollte man konsequent sein. Das war es dann mit dem Abendblatt – Qualitätsjournalismus war da sowieso nicht zu sehen, und die Propaganda für Schwarz-Gelb und der Krieg gegen die Schwachen unserer Gesellschaft ist eh nicht auszuhalten. Es gibt eine Alternative, eines der guten Angebote der Öffentlich-Rechtlichen – von daher: In Hamburg sagt man Tschüss…
Im Juli 2009 bot ich dem Freitag, für den ich zeit seines Bestehens geschrieben habe und mit dem ich mich lange politisch identifizieren konnte, den folgenden Beitrag an:
Prognose
Es fällt nicht schwer, die Prognose zu wagen. Sie ist nicht einmal mehr originell: Kritik und vielleicht der Journalismus insgesamt als ein bezahlter Beruf werden aussterben. Blogs beweisen ja, daß es Laien gibt, die nicht schlechter schreiben als professionelle Kritiker, zumal unter den bestallten Journalisten eine Entprofessionalisierung längst eingesetzt hat. Der Mitarbeiter einer Zeitung, einer Rundfunkanstalt, einer Nachrichtenagentur, der die deutsche Grammatik nicht beherrscht und über die stilistischen Fähigkeiten eines Junggymnasiasten verfügt, ist eher die Regel als die Ausnahme.
Den Freitag, den viele Menschen lieben und schätzen gelernt haben, gibt es nicht mehr. Stellt sich die Frage, ob das Nachfolgeprodukt mehr Leser findet, als der Vorgänger. Ich wage das zu bezweifeln. Vielleicht irre ich mich aber auch. Die Journalisten-Resterampe, die sich dort Community nennt, wird das Produkt jedenfalls nicht tragen...
Der Freitag-Autor Thomas Rothschild schreibt nun in der neuen Ausgabe der Zeitschrift Ossietzky sehr offen darüber, „Wie der Freitag abgewickelt wird“ (Ossietzky 24/2009, S. 917 ff.). Er dokumentiert darin einen Text, den er der Redaktion im Juli 2009 zur Veröffentlichung angeboten hatte, und in dem er, kurz gesagt, prognostiziert, daß der professionelle Journalismus seine Zukunft schon hinter sich habe:
Der Freitag ist toter als Ötzi. Er wird noch von Augstein und und seinen Getreuen verteidigt, sowie wenigen Community-Mitgliedern, die sich selbst Journalisten nennen, offensichtlich aber nicht über das lokale Werbeblättchen hinausgekommen sind und sich nun den großen Durchbruch erhoffen.
Der Freitag repräsentiert mittlerweile die Gesellschaftsschichten, die von unten kommend, sich nun der neuen Mitte zugehörig fühlen und mit den Mächtigen speisen wollen und die eigene Identität verloren haben. Es ist aber nicht nur die eigene Identität - der Freitag hat sein Herz verloren. Lest die aktuelle Ossietzky - Autoren wie Michael Angele merken nicht einmal, wie sie jegliche düstere Prophezeiung selbst erfüllen. Der Freitag ist mit seinem neuen/alten Personal teilweise nur noch eine Persiflage des Journalismus - von alten Zeiten ganz zu schweigen.
Dramatische Entwicklung beim Freitag
Das Versagen des Freitag
Das Problem mit Nikolaus Brender ist nicht, dass er links ist oder rechts oder gar nichts. Das wäre in den von Parteien beherrschten öffentlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten kein Problem. Das kriegt man mit dem Proporz irgendwie hin. Der ZDF-Chefredakteur ist etwas viel Schlimmeres: er ist ein unabhängiger Kopf, ein richtiger Journalist, der sich von niemandem etwas sagen lassen will, schon gar nicht von Parteien.
Weiterlesen bei Michael Spreng
Michael Spreng spricht im letzten Absatz seines Artikels einen Punkt an, der mir seit Tagen immer wieder in den Kopf kommt. Sollte Brender morgen abgesägt werden, wird der Fall mit Sicherheit vor dem Bundesverfassungsgericht landen. Wir kennen unsere Damen und Herren Politiker - sie loten Grenzen aus und auch aus Unfähigkeit ist genau das das Ziel, zuletzt bei der Vorratsdatenspeicherung zu beobachten. Roland Koch hat nichts mehr zu verlieren. Bundespolitisch ist er tot, nicht mehr vermittelbar. Vielleicht will er ja genau das erreichen - das Problem der Öffentlich-Rechtlichen und die politischen Verstrickungen ein für alle Mal von Karlsruhe entscheiden lassen...
Eva Schweitzer sagte eben am Telefon zu mir:
(…) Mir entstehen keine Kosten, das trägt sich durch die Kosten, die den Abgemahnten entstehen. Mir geht es hauptsächlich um Zeitungen. Ich bezahle nichtmal was für den Service von TextGuard. Die machen das, und so finanziert sich das. Ich bekomme dann hoffentlich Geld. Letzten Endes finanziert sich das pro Fund (von Urheberrechtsverletzungen, Anm. Boie). Ich bekomme das nochmal zu sehen, dann geht das von TextGuard direkt an den Anwalt, da kümmern die sich drum.
Weiterlesen bei der Schaltzentrale der SZ
Die Geschichte entwickelt sich so langsam zu einem Running Gag. Nicht nur, dass es die wahre Fratze des Journalismus der taz offenbart - man achte dort auch einmal auf die Kollegen, die ihrer Kollegin beiseite springen, auch gibt er mittlerweile einen kleinen Einblick in die deutsche Abmahnmaschinerie...