So dämlich kann doch keine Partei sein. Allein aus diesem Grund, egal, um welches inhaltliche Thema es sich handelt, darf man sie nicht wählen. Da liefern Rüttgers und Westerwelle eine Vorlage nach der anderen. und was macht die Kraft? Steht vor dem leeren Tor des Gegners und schießt dann ein Eigentor. Wie unfähig kann eine Partei sein?
Ist Hanneloire Kraft eigentlich der weibliche Gegenpart zu Stefan "Aaron" König aus der Piratenpartei?
In den Maren und AC Statistiktagen geht es jeden Morgen darum, die Privatsphäre der Hörer öffentlich auszubreiten. Neben Namen, wo man zuletzt im Urlaub war und anderen Belanglosigkeiten wird auch danach gefragt, ob man schon mal geklaut hat und wie oft man in der Woche masturbiert. Dabei erzählt einem die Moderatorin Maren, dass die Daten ja ganz wichtig wären, um das Programm optimal auf die Hörer abzustimmen. In Wirklichkeit geht es doch nur darum sich an der Privatsphäre von Menschen öffentlich im Radio zu ergötzen und die Hörer machen bereitwillig mit und finden das toll sich öffentlich im Radio alles Intime zu erzählen. Dabei fallen dann solche Floskeln von Maren wie: „100% unserer Hörer haben zugegeben, dass sie schon geklaut haben und ich finde es toll, dass sie so ehrlich sind!“
Pfichtlektüre für alle Hamburger, die das Alster Radio einschalten. Unfassbar, wie da mit der Privatsphäre gespielt wird. Ich könnte mir vorstellen, dass ein Flashmob der Piratenpartei für Aufmerksamkeit sorgen konnte. Mit Journalismus hat das nichts zu tun. Das ist unterstes Entertainment, ähnlich anspruchsvoll wie Big Brother und anderer Errungenschaften des medialen Trashs. Ethik und Moral scheinen beim Alster Radio nichts verloren zu haben...
Diese hier aufgeführten sowie weitere Beispiele können den Eindruck entstehen lassen, Köhler habe ein ziemlich festes Weltbild, wie es die taz in einem Porträt ausführte. Daher muss leider auch befürchtet werden, dass die Ergebnisse der Überprüfung der Programme für Vielfalt und gegen Rechtsextremismus bereits feststehen. Da kein Geld da ist für Programme für mehr Demokratie, sondern dies in Hotelübernachtungen investiert wird, dürfte beispielsweise die NPD in Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen bald jubeln: Die Initiativen, die sich für Vielfalt und Demokratie sowie gegen menschenfeindliche Einstellungen eingesetzt haben, dürften bald den Rückzug antreten. Aber dann ist vielleicht auch erst einmal Ruhe im Karton, wenn keiner mehr stört und anprangert. Denn das ist es ja, was viele Kommunalpolitiker in den vergangenen Jahren am meisten gestört hat. Und so ein schickes Programm gegen Islamisten kommt bei den Wählern doch bestimmt auch viel besser an.
Als Familienministerin wird Köhler nun auch die Programme für Demokratie und Toleranz verwalten. Monika Lazar, die für die Grünen im Beirat des Bündnisses sitzt, erwartet weitere "nette Diskussionen" mit Köhler. Diese möchte vor allem Gewalttaten der Linken bekämpft wissen. "Wo ich die in Sachsen suchen soll, konnte mir Frau Köhler noch nicht erklären", so Monika Lazar.
Nichts gegen Kristina Köhler. Sie ist eine intelligente, sympathische Frau und wird möglicherweise eine gute Familienministerin. Aber merkwürdig ist es schon, wie sie plötzlich Ministerin geworden ist. Nicht deshalb, weil sie sich bisher schon mit Familienpolitik beschäftigt oder weil sie schon lange zur heimlichen Führungsreserve der Kanzlerin gehört hat. Oder weil sie als Familienmanagerin in der eigenen Familie praktische Erfahrungen gesammelt hat. Nein, die ledige, kinderlose CDU-Abgeordnete aus Wiesbaden, die sich in Fachkreisen einen Namen als hartnäckige Fragerin im BND-Untersuchungsausschuss, als Integrationsexpertin und Islam-Kennerin gemacht hat, bringt für ihr neues Amt nichts mit - außer einer entscheidenden Tatsache: sie ist aus Hessen.
Btw, die durchgeknallten Rechtsradikalen von Politically Incorrect, die schon der Verfassungsschutz auf dem Zettel hat, feiern ihre neue Heldin. Gerüchten zufolg, hatte sie bis vor kurzem einen Link zu Politically Incorrect auf ihrem Blog...
Zufällig im Netz drüber gestolpert. Nun kenne ich nicht den Urheber und nicht das Magazin, wo der Artikel veröffentlicht wurde - er ist also mit Vorsicht zu genießen. Er passt aber wunderbar ins Bild unserer neuen Bundesfamilienministerin...
"Wir stellen fest, dass es in Deutschland zunehmend auch eine deutschenfeindliche Gewalt von Ausländern gegenüber Deutschen gibt, weil das Deutsche sind. Also dass es nicht zufällig ist, dass sich ein Täter mit Migrationshintergrund ein deutsches Opfer sucht, sondern dass er sich gezielt ein deutsches Opfer sucht, weil es sich eben ein Deutscher ist.
Was wir mitbekommen, ist, dass dieses Phänomen in immer mehr Fällen eine Rolle spielt. Das sagen uns Polizisten, das sagen uns Staatsanwälte, das sagen uns Richter.
Da handelt es sich um Professor Pfeiffer, ein bekannter Kriminologe, der sich sehr stark immer zu dem Thema Jugendgewalt äußert."
Den ersten Absatz hätte Edmund Stoiber nicht besser hinbekommen. Im zweiten und dritten Absatz lügt sie offenbar schamlos. Hardcore-Rechte ist wohl als Bezeichnung untertrieben...
Ich werde Ihnen diese allerdings nicht über Abgeordnetenwatch beantworten und möchte Ihnen dies auch kurz erklären. Abgeordnetenwatch ist eine Plattform, die als selbsternannter Mittler zwischen Abgeordneten und Bürgern auftritt. Abgeordnetenwatch liegt die (unausgesprochene) These zu Grunde, dass Bundestagsabgeordnete sonst nicht ansprechbar oder gar abgehoben und für Anliegen der Bürger nur unter öffentlichem Druck zugänglich seien.
Wo bleibt bei dieser Person eigentlich der Aufschrei der Medien nach dem Rechtsruck der CDU? Ich frag ja nur. Wir haben es hier offensichtlich mit einer rechten Hardlinerin des konservativen Flügels zu tun. Ihre Ausreden, warum sie nicht auf Abgeordnetenwatch antwortet, sind ähnlich glaubhaft wie die Ausführungen Franz-Josef Jungs. Sie verweigert sich bewusst dem Diskurs, der politischen Transparenz, dem Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern. Wer nicht in ihrem Wahlkreis wohnt, hat wohl kaum die Möglichkeit, eine Bürgersprechstunde zu besuchen. Mails und Briefe werden häufig, wenn nicht gar immer, mit Textbausteinen beantwortet. Das kann man auf Abgeordnetenwatch natürlich kaum machen. Demokratie? Transparenz? Gespräch mit dem Bürger? Mein linker, kleiner Zeh sagt mir, dass wir uns nach Ursula von der Leyen zurücksehnen werden...