Ehrlich gesagt staune ich ein wenig über Vodafone, das so genannte Internet-Manifest und die Folgen. Schauen wir ein wenig zurück: Nehmen wir Adical, Opel oder welche Themen auch immer die so genannte Blogosphäre aufgerüttelt haben: Meist gab es täglich Updates an der Blogbar, manchmal auch auf F!XMBR, auf wenigen anderen Blogs - in der Folge gab eine kleine Welle, Empörung, Wut und Spaß, das normale Spiel halt. Diese wenigen Blogs, wie die Blogbar oder F!XMBR, werden auch heute noch gerne von der Berliner Clique als die üblichen Verdächtigen in eine gewisse Ecke gestellt. Man kann uns nicht kaufen, also diffamiert man uns beim potentiellen Geldgeber.
Im Fall Vodafone und jetzt auch im Fail des Jahres, dem Internet-Manifest, ist es vollkommen anders. Selbstverständlich hat der Don, haben wir unsere Meinung zu der journalistischen Bankrotterklärung abgegeben. Wir haben ja schließlich nicht aufgehört, zu schreiben. Doch sind es mittlerweile nicht nur einzelne Kritiker, wenige Blogs, die diverse Machenschaften hinterfragen - der Berliner Clique steht eine breite und gewaltige Ablehnung gegenüber.
Kritik wird nicht mehr auf wenigen Blogs veröffentlicht - die Ablehnung der Koofmichs und Werber ist mittlerweile so breit gefächert, dass mir das als Angehöriger der Berliner Szene ernsthaft Sorgen machen würde. Sie werden selbstverständlich die Reaktionen ihrer Fanboys, die es natürlich auch gibt, feiern und verkaufen - vielleicht aber mal im stillen Kämmerlein darüber nachdenken, was sie all die Jahre verkehrt gemacht haben.
Selbstverständlich kritisere und schreibe ich ab und zu mal ganz gerne zu diversen Bloggern und deren Verhaltensweisen und neueste Pläne. Um wirklich eine Diskussion am Leben zu halten, waren früher fast täglich 1-2 Artikel nötig, bei uns, auf der Blogbar und auf wenigen anderen Blogs. Heute könnte man sich auch ohne direkte Beteiligung an den Diskussionen entspannt zurücklehnen und lachend zuschauen, wie den Damen und Herren das eigene Tun und Wirken um die Ohren fliegt. Sie werden in den eigenen Kommentaren zerrissen - von den unzähligen Blogartikeln ganz zu schweigen. Und über Twitter reden wir erst gar nicht.
Ich finde das absolut klasse. Auch für solche Dinge liebe ich das Internet. Die breite Masse beginnt sich zu emanzipieren, das ist gut und richtig so. Wenn das so genannte Manifest mit dem Hinweis gefeiert wird, am ersten Tag gab es 300.000 Hits, dann sagt das nicht nur aus, warum es erstellt worden ist - es zeigt die gesamte Argumentationslosigkeit gegenüber dem Großteil des Internets, gegenüber den Kritikern.
Würde ich zu den Unterzeichnern von diesem crap gehören, wie es ein Kommentator bei Techcrunch ausgedrückt hat, und/oder zu Adical - ich würde so langsam anfangen, mir wirklich ernsthafte Gedanken und Sorgen zu machen. Irgendwas scheint da schrecklich schief zu laufen.
Ich lehne mich derweil entspannt zurück und genieße weiter dieses wunderbare Schauspiel... :D